Eine enorm wichtige Frage ist die Entwicklung der Halbleiterindustrie
weltweit! Diese hat sich in den letzten 20 Jahren radikal
geändert. Auf der einen Seite kann man nicht mehr von
einer US-Dominanz sprechen, auch nicht von einer Dominanz
der alt eingesessenen Halbleiterfirmen. Auf der anderen Seite
findet man eine Handvoll schnell wachsender Start-Ups, die
schon jetzt wichtige Positionen in den interessantesten und
zukunftweisenden Segmenten einnehmen. Was bedeutet dies
für die verschiedenen Regionen wie Europa und Asien und
speziell Deutschland? Ist der Zug für uns Europäer schon
abgefahren, oder was muss geschehen, um in der Zukunft
noch dabei zu sein? Europa scheint kein gutes Rezept zu finden,
um diese innovationstreibende Industrie zu fördern. Es ist
auch sehr erstaunlich, dass sich Deutschland aus diesem so
zentralen Thema zurückzuziehen scheint. Alle aufstrebenden
Volkswirtschaften versuchen mit allen Mitteln die Mikroelektronik
als Hebel zur eigenen Entwicklung zu nutzen. Für
Deutschland scheint es wichtigere Themen zu geben wie z.B.
das Thema Energie, ja sogar das Thema Luft-und Raumfahrt
nimmt in Deutschland mehr Raum ein als die Mikroelektronik.
Die Analyse der neuen Generation von Fabless-Halbleiter-
Firmen und die Erfolge von China mögen einige wichtige
Antworten geben, wie bei uns in der Zukunft vorgegangen werden
sollte! Was könnten die sein? Als erstes muss ein klares
Geständnis für das Halbleiter Engagement gemacht werden.
Halbleiter-Spitzen-Technologie muss her, um die Innovationskraft
der restlichen Industrie zu sichern! Ein Masterplan müsste
kreiert werden, der sowohl Hochschulstudiengänge, gezielte
und starke öffentliche Förderprogramme, Start-Up Risiko
Funds, etc. koordinieren sollte. Prioritäten müssen klar gesetzt
werden und zwar mit realistischen Programmen, die die besten
Ideen der heute erfolgreichen Unternehmen (fabless companies)
und staatlichen Förderprogrammen einbeziehen. Nicht zu
vergessen – Halbleiter sind heute hochkomplexe Systeme!
Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist entbrannt und bei
dauerhaft knappen Ingenieuren wird es wichtig sein, auf die
wichtigsten Zukunftstechnologien zu setzen. Die Mikroelektronik
als Brückentechnologie zwischen den Materialwissenschaften
und den Applikationen darf da nicht fehlen.